Wie funktioniert eine Sonnenuhr?

02. Oktober 2008

Der Begriff ‘Sonnenuhr’ wird in Lexika in der Regel unvollständig definiert. In einem bekannten Lexikon liest man unter Sonnenuhr :
‘Ein Zeitmesser, der aus der Lage des Schattens eines von der Sonne beschienenen Stabes die wahre Ortszeit erkennen läßt. Der Stab muss parallel zur Erdachse liegen. Der Neigungswinkel gegen die Ebene des Horizonts ist demnach gleich der geographischen Breite des Aufstellungsortes.’
Darauf folgt eine Beschreibung einer Äquatorial-, einer Horizontal- und einer Vertikaluhr. Es gibt jedoch eine Unzahl ‘ Sonderformen’, welche die o.a. Definition nicht oder nur ungenau erfasst.
Prof. Dr. Gerhard Aulenbacher, Mainz, Vorsitzender des Arbeitskreises Sonnenuhren in der Deutschen Gesellschaft für Chronometrie, schlägt für den Begriff ‘Sonnenuhr’ folgende allgemeine und vollständige Definition vor :


‘Die Sonnenuhr ist ein Instrument, das Funktionen der Sonnenkoordinaten anzeigt’.


Diese Definition entspricht den tatsächlichen Verhältnissen besser. Das Zifferblatt einer Sonnenuhr kann so vielseitig gestaltet werden, dass mit Hilfe des Schattens eines Stabes, einer Kante oder eines Punktes nicht nur eine Zeitablesung möglich ist, sondern darüber hinaus kalendarische, astronomische, geographische und astrologische Informationen gewonnen werden können.